Rundgang mit Knut Henkel in Moabit-ost

Wir sind auf einem guten Weg!

Das sagte Dorine Craß, die Quartiersmanagerin von Moabit Ost bei der Begrüßung des Gruppenleiters Knut Henkel. Er ist einer der Hauptverantwortlichen bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt für das Programm Soziale Stadt. Knut Henkel hat es sich mit seinem Mitarbeiterstab zur Aufgabe gemacht, in Abständen eines der 33 Berliner Quartiere zu besuchen und sich vor Ort zu überzeugen, ob das Geld gut angelegt ist. Schließlich wendet der Senat von Berlin jedes Jahr einen zweistelligen Millionenbetrag dafür auf, dass Projekte in den Kiezen helfen, die Bildung voran zu bringen und die Menschen bei der Gestaltung ihres Stadtteils zu unterstützen.

Das Programm Soziale Stadt trägt in Moabit-Ost jedenfalls bereits nach wenigen Jahren gute Früchte. Davon konnte sich Knut Henkel am 17. Juni 2015 auf sehr lebendige Weise überzeugen. So schon beim Auftakt in der Kulturfabrik Moabit, einem selbst verwalteten Kulturprojekt, das freie, ehrenamtlich arbeitende Künstler und Akteure unter einem Dach vereint. Die Kulturfabrik ist ein Treff für Nachbarn und Träger eines wichtigen Quartiersprojekts an der Lehrter Straße. Die Mitarbeiter/-innen berichteten den Gästen von ihren Plänen, dem guten Zuspruch bei den Anwohnern aber auch von Hürden, die genommen werden müssen.

Die zweite Station führte die Gäste in die Kurt-Tucholsky-Grundschule in der Rathenower Straße. Konrektor Gerd Combecher erzählte von den vielen kleinen Dingen, aber auch den großen Fortschritte, die ohne Quartiersmanagement nicht möglich wären. Er war voll des Lobes über das Quartiersmanagement Moabit-Ost und dankte der Leiterin Dorine Craß für die pragmatische, unkomplizierte Zusammenarbeit. Beeindruckt waren die Gäste von der musikalischen Darbietung der jungen Talente dieser Schule. Hier Variationen über J. S. Bach zu hören, hatte niemand gerechnet. Die gute Ausstattung der Schule mit Musikinstrumenten war Dank das Quartiersmanagements möglich, ebenso der Bau der Spielgeräte auf dem Schulhof und die Einrichtung eines Experimentierraumes. Die engagierte Konrektorin Manuela Czyborra nutzte die Gelegenheit, die hohen Gäste um Unterstützung zu bitten bei der weiteren Profilierung als Musikalische Grundschule.

Gleich neben der Schule machte die Besuchergruppe ein drittes Mal halt. Im großen Zille-Haus, einer Freizeiteinrichtung für Kinder und Jugendliche erwarteten Marek Marczynski und Sibylle Büchele vom Familienzentrum die Gäste. Das Haus war kürzlich feierlich wieder eröffnet worden. Ohne das Quartiersmanagement hätte es schließen müssen, denn Fenster, Fassade, Dach und Heizung waren marode. Nun ist alles frisch saniert, doch im Innenausbau muss nachgebessert werden, denn manche Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen sind heute anders als beim Bau vor 40 Jahren.

Nur wenige Schritte entfernt lud die vierte Station zum Verweilen ein. Türkische Frauen aus der Pritzwalker Straße, die selbst seit mehreren Jahren einen Treffpunkt organisieren, hießen den Gast aus der Senatsverwaltung mit duftendem Kuchen und heißem Tee - ganz nach türkischer Sitte - willkommen. Die Gastgeberinnen baten um weitere Unterstützung für die kleinen Projekte zur Stärkung der Nachbarschaft und vor allem um Hilfe bei der Bewilligung für eine Überdachung ihres Treffpunktes.

Auch bei der abschließenden Gesprächsrunde im Obdachlosenhaus Lübecker Straße war die enge Zusammenarbeit mit dem QM ein wichtiges Thema. Durch mehrere kleine Projekte konnten Vorurteile der Nachbarn gegenüber den Obdachlosen abgebaut werden - im Gegenteil: jetzt plauscht man und grillt gelegentlich zusammen mit den Bewohnern. Knut Henkel und seine Mitarbeiter wurden sehr nachdenklich, als die neue Leiterin sie durch die Ausstellung mit Lebensgeschichten der Hausbewohner führte. Nach der Besichtigung des Geäudes wurde erneut aufgetischt! Frau Brandt verwöhnte die Gäste mit einer eigenen Vaniliecréme garniert mit frischen Erdbeeren. Es mundete fantastisch! Wilma Glücklich, die Gebietsbeauftragte des Senats für Moabit-Ost brachte es abschließend auf den Punkt: „Es gibt dank QM entscheidende Fortschritte.“