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Thementisch Ankerorte
Thementisch Beteiligung
Thementisch Bildung
Bilder: QM Moabit-Ost

Rückblick Kiezwerkstatt

Auch wenn es noch eine Weile dauern wird, bis 2027 das Quartiersmanagement Moabit-Ost seine Türen schließen wird, ist das geplante Ende mittlerweile in Sichtweite. Wie geht es danach weiter? Wie können die Projekte, die in den letzten 15 Jahren zusammen mit dem Kiez entstanden sind, auch ohne das QM weitergeführt werden? Wie könnten Strukturen und Gremien aussehen, die die Vernetzung im Kiez fortführen? Vor allem aber: Was braucht der Kiez?

Um zusammen Antworten auf diese Fragen zu finden, hatte das QM-Team für den 12. April 2024 zur Kiezwerkstatt im Zilleklub eingeladen. Viele Nachbar:innen und Nachbarschaftsorganisation, wie der B-Laden, der Moabiter Kinderhof oder die Kulturfabrik, die schon lange vor 2009 in Moabit-Ost engagiert waren, sind nach wie vor aktiv und schauen in eine Zukunft jenseits des Quartiersmanagements.

Sherin vom QM-Team erinnerte zu Beginn noch einmal an die Anfänge der QM-Arbeit in Moabit-Ost 2009, die Zeit bevor das Schultheiß-Quartier eine Hochglanz-Shoppingmall war, sich keine Familie freiwillig zum Spielen im kleinen Tiergarten begeben hat und in der Heidestraße gerade die ersten Bagger zum Bau der „Europacity“ angerückt sind. Dabei wurde deutlich, wie sehr sich der Kiez in den letzten 15 Jahren verändert hat und wie sich damit die Handlungsfelder und Bedarfe verschoben haben.

Für die Kiezwerkstatt stand deshalb die gemeinsame Diskussion an drei Thementischen auf der Tagesordnung, um zusammen den Status Quo in den Bereichen Bildung, Beteiligung und Ankerorte im Kiez zu erörtern und mögliche Wege für zukünftige Strukturen und Projekte auszuloten.

Der Thementisch Ankerorte   beschäftigte sich mit Anlaufstellen und Angeboten, die es für die Menschen in Moabit-Ost gibt. Was wird aktuell noch durch QM gefördert, was fällt nach der QM-Laufzeit weg? Und nicht zuletzt wurde sich mit der Frage beschäftigt, ob und wo es ein Stadtteilzentrum geben könnte. Es herrschte Einigkeit darüber, dass auch wenn ein Stadtteiltreff im Neubau in der Rathenower Straße neben dem Zillehaus geplant ist, dennoch die bestehenden kleinen Nachbarschaftsorte im Kiez unbedingt erhalten werden müssen. Auch die „Raumbörse“, die über das QM gefördert wird, und ermöglicht, dass sich immer kostenlos Räume für nachbarschaftliche Aktivitäten finden lassen, wurde als ein besonders wichtiges Angebot hervorgehoben.

Das Thema Räume  stand auch am Bildungstisch im Vordergrund. Allerdings ging es hier in erster Linie um den Platzmangel der Schulen im Quartier und die psychisch-emotionale Belastung vieler Schüler:innen, die sich durch die Raumprobleme noch verstärkt. Außerdem fehlt es an niedrigschwelligen Bewegungsangeboten für Kinder, Jugendliche, aber auch für ältere Menschen im Kiez. Das QM wird deshalb daran arbeiten , Sportvereine und Schulen besser zu vernetzen und sich dafür einsetzen, die Situation an den Schulen zu verbessern und diese noch stärker als Sozial- und Bewegungsräume zu öffnen.

Beim Thema Beteiligung waren Personen aus der Stadtteilvertretung Turmstraße, der Aktionsfondsjury und Quartiersrat Moabit-Ost und dem Betroffenenrat Lehrter Straße anwesend. Die Tischrunde war sich zwar einig, dass es aktuell mehrere nachbarschaftliche Beteiligungsformate gibt, allerdings ist der Wunsch nach einer Dachstruktur in Moabit groß, die die verschiedenen Gremien auch nach der Zeit des QM verbinden kann. „Wir müssen keine neue Struktur schaffen, sondern die bereits engagierten Menschen miteinander ins Gespräch bringen“, so der Konsens der verschiedenen Akteure. Außerdem wurde diskutiert, ob es auch weiterhin eine finanzierte Stelle geben sollte, die die Partizipationsmöglichkeiten im Quartier koordiniert.

Nach über zwei Stunden Kiezwerkstatt war der Gesprächsbedarf weiter groß. Mit Snacks und Getränken gingen die Diskussionen schließlich in einen entspannten Austausch über. Was am Ende des Nachmittags bleibt, ist der Eindruck, dass Moabit-Ost gut gerüstet ist. Denn auch wenn das Quartiersmanagement und seine Fördermöglichkeiten in Moabit-Ost bald Geschichte sind und die Bedarfe weiter groß sind, kann der Kiez auf eine Vielzahl engagierter Nachbar:innen und Vereine blicken, die bereit sind, den Austausch und Zusammenhalt im Quartier aufrecht zu erhalten.